Sucht

Kleiner Auszug aus meinem Buch Projekt „Sucht“ Ein Roman mit wahren Begebenheiten gemischt.

Piet machte seine Augen auf und warf einen blick hinunter zu seinem Arm. Eine Spritze hing in seiner Armbeuge. Er schaute sich um und erkannte, das er in einer Tunnelunterführung war. Passanten gingen an ihm vorbei und blickten ihn mit abscheu an. Aber das war ihm egal. Eigentlich exestierten sie nicht für ihn. Sie waren schatten einer anderen Welt. Er sah wieder hinunter zu seinem Arm mit der Spritze und bemerkte den großen Löffel, indem er sein Heroin aufgekocht hatte. Mit einem unzarten ruck, zog er die Spritze aus seinem Arm und sah, wie Blut aus der Wunde kam. Teilnahmslos sah er dem Blut nach, das sich seinen Weg runter von seinem Arm suchte und kurz vor seiner Hand zum Stillstand kam. Er wischte sich das Blut mit seinem rechten jackenärmel ab und versuchte sich zu erinnern, wo er das restliche Heroin hatte. Piet war sich sicher, das er noch Heroin hatte, denn als er seinen letzten Druck kochte, hatte er noch circa ein halbes Gramm. Gehetzt suchte er seine Taschen ab und erst jetzt bemerkte er die andere Person, die neben ihm auf dem Boden zu schlafen schien. Es war eine Frau, soviel konnte er unter ihrer Jacke erkennen, die sie sich um ihren Oberkörper gelegt hat. Piet versuchte sich den voherigen abend nochmals in erinnerung zu rufen, doch alles war wie in einem nassen nebel getaucht. Und er bemerkte schon den Entzug, der langsam und lauernd in ihm hochschlug.
„Hey! Wach auf!“ sagte Piet zu der Frau . Doch keine Reaktion auf sein Rütteln. Oder war da ein leises „Was?“ Er war sich nicht sicher und nun war mit einem schlag der entzug in seiner vollen Pracht da. Wieder kam Panik in ihm hoch , begleitet von einem Gefühl das an Sehnsucht erinnert. Piet wußte, das wenn er sich nicht beeilte, sein Entzug so richtig anfing weh zutun. Dann würden wieder diese krämpfe kommen, dieses gefühl des Krank seins und dieses unbändige verlangen nach Heroin.