Drogen,Gefängnis und Gewalt Teil 1

Mein Leben war nicht immer so ruhig, wie es heute ist. Bis hierhin war es ein langer,schmerzhafter Weg.

Die Tür geht hinter dir zu, mit einem lauten knall und du stehst in einem 8qm Raum, und blickst durch Gitterstäbe nach draussen : Willkommen in der Knastzelle.

Foto . dpa

Wenn man wie ich, einige Jahre im Gefängnis verbracht hat und eine steile Drogenkarriere hatte, dann hat man einiges erlebt und hat das eine oder andere zu erzählen. Und genau das werde ich mit dieser Serie machen. Nicht als Therapie oder Verarbeitung, denn ich habe schon seit vielen Jahren abstand dazu und genug Zeit um mich selbst zu Reflektieren. Und genau deshalb finde ich den Zeitpunkt nun optimal, über das alles zu schreiben. Mein Ziel ist es auch nicht , ein „Lehrer“ für andere zu sein, sondern eher schreibe ich es für mich alleine, in einem Blog für die Öffentlichkeit. Klingt widersprüchlich ? Genau wie mein Leben in dieser „Phase“ . Vorab sei erwähnt, das es hier zu unschönen Situation kommt, in Form von detail getreuer Erzählung meines Drogenkonsums.

 Fotograf: Marco Verch 

Der Anfang meiner Reise

Meine Odyssee begann meiner Meinung nach im Kinderheim. Ja, ich glaube das ist ein guter Anfangspunkt, um mit meiner Serie zu beginnen. Sollen wir die Eltern da mit hereinziehen? Früher hätte ich das mit „ja“ beantwortet, denn beide waren Alkoholiker, gewalttätig und meine Mutter nahm später auch noch Medikamente im Überfluss dazu. Also praktisch wie im Lehrbuch. Aber heute mit Abstand betrachtet, möchte ich nicht mehr darauf herumreiten, dass meine Eltern eigentlich meinen Drogen und Gefängnis Weg „vorprogrammiert“ hatten. Das war für mich früher immer ne gute Ausrede um keine Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen. Und ich habe sie oft benutzt! Dazu später mehr. Viel zu oft wird in Strafprozessen bei Jugendlichen, die Vergangenheit als „Mildere Umstände“ angerechnet. Das ist in meinen Augen ein falsches Signal. War es bei mir auch. Ich bin heute fest überzeugt: Hätten die Gerichte nicht allzu oft bei mir „Milde“ walten lassen und ich härtere Strafen als Jugendlicher bekommen, wäre ich nicht so lange auf meinem Kriminellen Weg unterwegs gewesen. Doch hätte, hätte, Fahrradkette!

Ende Teil 1