Teil 2 Buch Projekt SUCHT

Piet machte seine Augen auf und warf einen blick hinunter zu seinem Arm. Eine Spritze hing in seiner Armbeuge. Er schaute sich um und erkannte, das er in einer Tunnelunterführung war. Passanten gingen an ihm vorbei und blickten ihn mit Abscheu an. Aber das war ihm egal. Eigentlich existierten sie nicht für ihn. Sie waren Schatten einer anderen Welt. Er sah wieder hinunter zu seinem Arm mit der Spritze und bemerkte den großen Löffel, indem er sein Heroin aufgekocht hatte. Mit einem unzarten Ruck, zog er die Spritze aus seinem Arm und sah, wie Blut aus der Wunde kam. Teilnahmslos sah er dem Blut nach, das sich seinen Weg runter von seinem Arm suchte und kurz vor seiner Hand zum Stillstand kam. Er wischte sich das Blut mit seinem rechten Jackenärmel ab und versuchte sich zu erinnern, wo er das restliche Heroin hatte. Piet war sich sicher, das er noch Heroin hatte, denn als er seinen letzten Druck kochte, hatte er noch circa ein halbes Gramm. Gehetzt suchte er seine Taschen ab und erst jetzt bemerkte er die andere Person, die neben ihm auf dem Boden zu schlafen schien. Es war eine Frau, soviel konnte er unter ihrer Jacke erkennen, die sie sich um ihren Oberkörper gelegt hat. Piet versuchte sich den vorherigen Abend nochmals in Erinnerung zu rufen, doch alles war wie in einem nassen Nebel getaucht. Und er bemerkte schon den Entzug, der langsam und lauernd in ihm hochschlug.
„Hey! Wach auf!“ sagte Piet zu der Frau . Doch keine Reaktion auf sein Rütteln. Oder war da ein leises „Was?“ Er war sich nicht sicher und nun war mit einem schlag der Entzug in seiner vollen Pracht da. Wieder kam Panik in ihm hoch , begleitet von einem Gefühl das an Sehnsucht erinnert. Piet wusste, das wenn er sich nicht beeilte, sein „Affe“ so richtig anfing weh zu tun. Dann würden wieder diese Krämpfe kommen, dieses Gefühl des Krank sein und dieses unbändige verlangen nach Heroin. Wieder gingen Schatten an ihm vorbei.Manche Schatten riefen irgendwas, aber Piet war voll mit seiner Suche nach dem Heroin beschäftigt. „Es muss doch irgendwo sein, verdammte scheiße“ murmelte er . Plötzlich einer Idee folgend, griff er rüber zu der Frau, die immer noch regungslos da lag und kramte in ihren Taschen. „Verdammte Drecksau“ sagte er und zog aus ihrer Tasche das Heroin. Piet war eigentlich sauer, aber sein Turkey wollte unbedingt gefüttert werden und er machte mit großen Augen das kleine Päckchen auf, das mit Frischhaltefolie umwickelt war. Wieder diese Schatten.Wieder diese Rufe. Er dachte nur „Verdammte Wichser“ und machte sich dran , das Heroin auf den Löffel zu tun. Piet nahm sich mit der Spritze Wasser aus einer kleinen Mineralwasser Flasche raus, die er immer dabei hatte um sauberes Wasser zu haben. Er zog ein kleines Päckchen Ascorbinsäure aus seiner Hose und machte davon etwas auf den Löffel mit dem Heroin drauf. Wenn Piet sein Heroin kochte, kam er sich immer vor wie ein Koch. „Und nun einen kleinen Spritzer Wasser dazu, fertig ist die 5 Minuten Terrine“ stammelte er glücklich vor sich hin. Den Löffel in der einen Hand und mit der anderen Hand befeuerte er den Löffel mit dem Feuerzeug. Es kochte und stank in der tat sehr nach Maggi. Aber Piet liebte diesen Geruch. Fertig gekocht legt er den Löffel auf den Boden und nahm von einer Zigarette den Filter und legte ihn hinein. Er zog mit der Nadel durch den Filter das aufgekochte Heroin ein und sah, wie der goldbraune Saft in die Spritze floss. Doch zu mehr kam er nicht, denn ein Schatten wurde zu einem Mann , der ihn packte und hochzog.

„Was zum Henker machst du noch hier?“
„Warum? Lass mich in Ruhe!“ antwortete Piet und wollte wieder seine Spritze aufheben, die runterfiel als dieser Typ auftauchte.
„Du Idiot, die alte da ist tot!“, sagte der Mann und zeigte auf die Frau .
„Wie tot? Willste mich verarschen?“
Der Mann ließ Piet los und erzählte ihm, das er letzte Nacht mit ihm auch hier in der Unterführung war und sie beide dachten, das die Frau hier auch nur einen schlaf Platz gesucht hatte und nun schlief.
„Als ich bemerkte das sie tot ist, habe ich dir gesagt das wir besser verschwinden. Aber du wolltest dir unbedingt noch einen druck machen und bin dann alleine weg“.
In Piet war auf einmal nur noch weißes Rauschen im Ohr. Sein Affe war in voller Pracht da und alles in ihm schrie nur noch nach einen Schuss.
„Alter, ich muss mich erst gesund machen, dann kann ich hier weg. Ich habe Turkey und schaffe das Laufen sonst nicht.“
„Dann beeil dich und verschwinde von hier!“, sagte der Mann und ging davon.
Piet band sich seinen Arm ab und drückte die Nadel in seinen Arm. Er drückte den Kolben nach unten und das Gold braune Heroin floss in seine Vene. Schlagartig empfand er eine wärme , die ihn von innen heraus umarmte und ihn ein Glücksgefühl gab, das er so sehr liebte. Ihm war egal wer tot ist, wer lebt. Piet war in einer anderen Dimension und war außerstande seine Umwelt wahrzunehmen. Auch nicht, das Polizeifunk durch die Unterführung hallte.

Wird fortgesetzt

Sucht

Kleiner Auszug aus meinem Buch Projekt „Sucht“ Ein Roman mit wahren Begebenheiten gemischt.

Piet machte seine Augen auf und warf einen blick hinunter zu seinem Arm. Eine Spritze hing in seiner Armbeuge. Er schaute sich um und erkannte, das er in einer Tunnelunterführung war. Passanten gingen an ihm vorbei und blickten ihn mit abscheu an. Aber das war ihm egal. Eigentlich exestierten sie nicht für ihn. Sie waren schatten einer anderen Welt. Er sah wieder hinunter zu seinem Arm mit der Spritze und bemerkte den großen Löffel, indem er sein Heroin aufgekocht hatte. Mit einem unzarten ruck, zog er die Spritze aus seinem Arm und sah, wie Blut aus der Wunde kam. Teilnahmslos sah er dem Blut nach, das sich seinen Weg runter von seinem Arm suchte und kurz vor seiner Hand zum Stillstand kam. Er wischte sich das Blut mit seinem rechten jackenärmel ab und versuchte sich zu erinnern, wo er das restliche Heroin hatte. Piet war sich sicher, das er noch Heroin hatte, denn als er seinen letzten Druck kochte, hatte er noch circa ein halbes Gramm. Gehetzt suchte er seine Taschen ab und erst jetzt bemerkte er die andere Person, die neben ihm auf dem Boden zu schlafen schien. Es war eine Frau, soviel konnte er unter ihrer Jacke erkennen, die sie sich um ihren Oberkörper gelegt hat. Piet versuchte sich den voherigen abend nochmals in erinnerung zu rufen, doch alles war wie in einem nassen nebel getaucht. Und er bemerkte schon den Entzug, der langsam und lauernd in ihm hochschlug.
„Hey! Wach auf!“ sagte Piet zu der Frau . Doch keine Reaktion auf sein Rütteln. Oder war da ein leises „Was?“ Er war sich nicht sicher und nun war mit einem schlag der entzug in seiner vollen Pracht da. Wieder kam Panik in ihm hoch , begleitet von einem Gefühl das an Sehnsucht erinnert. Piet wußte, das wenn er sich nicht beeilte, sein Entzug so richtig anfing weh zutun. Dann würden wieder diese krämpfe kommen, dieses gefühl des Krank seins und dieses unbändige verlangen nach Heroin.

Hasskultur

Seit nun fast 4 Wochen durchstörbere ich das internet, für diesen Blogartikel. Und ich ziehe meinen Hut vor mir selber. Denn was sich dort abspielt in punkto “ Corona Maßnahmen“ und “ Demonstranten gegen die Corona Maßnahme“ ist schlichtweg ein Intellektueller irrsinn!

Erwachsene , gebildete Menschen, gehen auf die Straße und sind der Auffassung, das wir in einer DIKTATUR leben! Und das spielt sich in DEUTSCHLAND ab! Da wird geschrien : “ Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ GG Artikel 1. Und während die Demonstranten dies kundtun, sind sie selber nicht imstande zu sehen, das sie selbst gerade „Würdelos“ sind. Sie sind Würdelos, weil sie zwar ein RECHT in Anspruch nehmen, von „ihrer“ Regierung, aber im gegenzug leugnen sie das aktuelle und beschlossene RECHT! Also im KLARTEXT : Der Demonstrant nimmt sich ein RECHT von einer Regierung, die er aber nicht akzeptiert! Hmmm….! Es wird da geschrien, das Bundeskanzlerin Frau Merkel, eine Diktatorin sei. Mal kurz geträumt : WENN Frau Merkel eine DIKTATORIN wäre, dann hätten diese Demonstranten garkein RECHT! Dann bräuchte die BUNDESKANZLERIN niemanden zu fragen, wenn sie ein GESETZ macht. Und wir alle kennen es doch, wenn ein DIKTATOR an der Macht ist.

Wo ist der Verstand?
Ich persönlich bin nicht mit allem einverstanden, was meine Regierung da macht. Doch man hat als Bürger nicht nur RECHTE- sondern auch PFLICHTEN! Und das vergessen die Demonstranten. Als Bürger sollte man seinem Land helfen und nicht alles gegen sein eigenes Land unternehmen und es beleidigen. So viele „Gebildete “ Menschen sind unter diesen Demonstranten und ich frage mich : „WO IST IHR VERSTAND?“ Wie haben es solche Menschen geschafft, ein studium zu machen? Mal davon abgesehen, das einige unter diesen auch damals wohl Hilfe von „ihrem Staat“ bekamen, um zu Studieren.

Hass Kultur vom feinsten
Wenn man sich mal die Kommentare unter einem Beitrag der Bundesregierung antut, so fällt einem eines direkt auf : HASSBOTSCHAFTEN sind nicht nur den Reichsbürgern bekannt, sondern HASS ist in allen Gesellschaftschichten scheinbar up to date. Und das macht mich krank. Deshalb bin ich froh, das ich nun nicht mehr in diesem Sumpf hinein muss. Denn mit diesem Blogartikel, habe ich meine Recherche beendet.

Euer Piet

Der Tod in der Schule

Der Tod ist immer noch ein Tabu Thema, obwohl wir alle irgendwann mal an der Reihe sind. Wir sind uns einig, das der Tod ein schlimmes Ereignis ist. Doch es ist nicht gut, wenn wir den Kopf in den sand stecken und so tun, als beträfe uns der Tod nicht. Meiner Meinung nach, sollte das Thema Tod ein eigenes Schulfach sein. Denn in der Schule sollen wir doch auf das Leben vorbereitet werden. Und da gehört nun mal auch der Tod dazu. Ich habe schon öfter erfahren, das der Tod plötzlich und unerwartet eintrifft. Man denkt an nichts böses und plötzlich bekommt man eine Todes Botschaft. Und dabei spielt es keine Rolle ob Mensch oder Tier. Tod ist immer ein Verlust. Und Trauer hat soviele Gesichter wie es Menschen gibt. Und der Tod eines geliebten Menschen/Tier kann einem die Füße weg treten. Seit ich mit dem Tod mich befasse, ist meine Reaktion auf Todes Botschaften irgendwie anders. Meiner Meinung nach ist man gut Beraten sich ab und zu mit dem Thema Tod auseinander zu setzten. Es ist unsere Natur!

Peter

Tattoo Stories#1

Tattoos und ihre Macht

Tattoos sind bei weiten nicht nur SCHMUCK. Es gab schon etliche Momente in unserem Tattooshop, wo wir den Menschen mit unseren Tattoos geholfen haben- ja sie sogar von einer Last befreit haben. Tätowieren kann auch Heilende Kräfte entfachen. Ohne Scheiß! Und das ist dann das schönste, was einem Tätowierer passieren kann. Beispiele habe ich genug:

Eines Tages hatte ich ein Coverup Projekt an einem jungen Mann zu machen. Wir hatten vorher alles genau Besprochen, uns auf ein Motiv geeinigt und einen Termin gemacht. Es fiel bei diesem Beratungsgespräch kein Wort über seinen Grund des Überstechens noch sonst irgendetwas in dieser Richtung. Er sagte,er wolle es einfach nur weg haben. Meiner Erinnerung nach, war es ein schreckliches , viel zu tief gestochenes Tattoo, das ausgewaschen und blass war. An das Motiv kann ich mich ehrlich gesagt garnicht mehr Erinnern. An seinem Termin erschien er sehr unruhig und innerlich angespannt. Ich versuchte ihn dahingehend zu beruhigen, da ich dachte, er hätte Angst vor den Schmerzen. Doch dem war nicht so. Er hatte keine Angst vorm Stechen, er war aufgeregt, weil eine Leidenszeit nun bald vorüber gehen würde.

„Erzähl mal. Warum bist du so aufgewühlt?“ fragte ich ihn. Er antwortete mir und bei seinen Erzählungen , wurde mir komisch im Magen. Das was er mir sagte, war eine Geschichte, die mich direkt wütend gemacht hat. Denn ich hasse es, wenn schwächere misshandelt oder geschlagen werden. Seine Geschichte , handelte davon, das er eines Tages auf einer Party mit anderen Jugendlichen war und alle natürlich wie wild gesoffen hatten- so auch er. Und einer auf dieser Party hatte wohl eine Tätowiermaschiene am Start und wollte jemanden tätowieren. Was mein Kunde nicht wußte : dieser Typ mit seiner Maschiene hatte zuvor noch nie Tätowiert. Besoffen wie er war , hatte er sich gemeldet für ein kleines Tattoo. Zum Spaß. Im Prinzip nichts dabei. Hatten wir früher auch gemacht. Wie das halt so ist in der Jugend. Doch als dieser Typ angefangen hatte und mein Kunde gemerkt hat, das der Typ da rein garnicht tätowieren konnte, wollte mein Kunde das beenden. Nun war es aber so, das einige kumpels von diesem Typ dabei waren. Um die Story abzukürzen : Man hatte ihn festgehalten und dieser Typ hat ihn weiter Tätowiert- obwohl mein Kunde geschrien hat, er solle damit aufhören. Doch anscheinend fanden diese Burschen das ganze lustig und machten weiter.

Und so war mein Kunde für`s Leben gezeichnet und jedesmal wenn er auf dieses schreckliche Tattoo schaute, erinnerte das ihn wieder an diese schlimme Party und ihre folgen. Mein Kunde erzählte mir, das er das ganze Jahr über einen Pullover, bzw. Longsleeve angezogen hat, damit keiner dieses Tattoo sieht. Ich kann mir nur im Ansatz vorstellen, wie belastend sowas ist für einen. Auf meine Frage, warum er jetzt erst zu einen Tätowierer geht um sich dieses tattoo überstechen zu lassen, sagte er : „Ich hatte kein Geld. Ganz einfach. Nun habe ich mir das Geld gespart, um mir das zu ermöglichen“

Zum Schluß musste ich innerlich schlucken. Nachdem wir fertig waren und er es sich angeschaut hat, kamen ihm die tränen und sagte „Vielen Dank,Peter. Jetzt kann ich wieder in einem T-shirt im Sommer rum laufen“ Das war einer meiner schönsten Momente im Tattooshop. Deshalb liebe ich das Tätowieren so. Weil Tätowierungen auch seelische Wunden zum heilen bringen können.

Peter

Gehirnfrass durch Drogenkonsum

Beim schreiben dieses Blogs, ist mir aufgefallen, das ich etliche Gedächnislücken habe. Es fällt mir oft schwer zeitliche Abläufe zu rekonstruieren. Okay, ansich dürfte es mich nicht wundern, da ich nicht gerade mit Drogenkonsum gespart habe in meinem Leben. Doch da ich mir vor diesem Blog keine Gedanken dazu gemacht habe, ist es mir jetzt erst aufgefallen. Das man mal vergisst, was man vorgestern gegessen hat, naja, das scheint mir normal zu sein. Doch durch meine langjährigen Knastaufenthalte und Drogenkonsums, ist es wohl krasser als wie ich dachte. Nun denn, ich werde mir große Mühe geben, die Jahreszahlen nicht durcheinander zu bringen. Eventuell hilft ja das schreiben, mich an einiges wieder mehr zu Erinnern.Und noch was : Da ich nun kein Autor bin oder schriftsteller, mache ich natürlich auch hier und da schreibfehler, doch ich habe keine lust, ständig meinen text korrigieren zu lassen. Ist mir zu aufwändig. Soll ja auch spass machen,oder?! Also seid mir da nicht böse. So, nun muss ich gleich jemanden Tätowieren und darauf freue ich mich. Wer weiß wie lange wir noch aufhaben dürfen?! Ich wünsche euch einen schönen Tag !

Peter

Drogen,Gefängnis und Gewalt Teil 5

Der erste Kontakt mit Speed

In Wittlich hatte ich oft Einschluß. Einschluß bedeutet, du kannst nicht am Umschluß teilnehmen, 23 Stunden Vollzug angesagt. Meistens wegen Tätowieren- und wegen positiver UK (Urin Kontrolle). Zuerst kiffte ich nur in Haft. Doch eines Tages tätowierte ich einen alteingesessenen Knacki, der von oben bis unten Tätowiert schon war. Gesichtstattoos hatten damals einige, meistens die sogenannten „Katzenaugen“ ähnlich der Ägypter- ein Strich neben dem Auge. Da war ich schon im Haus 2, Erwachsen Haus. Ich hatte damals einen Antrag gestellt, da dort einige von meinen Kumpels waren. Der Knacki, den ich tätowieren sollte, war einer von 4 Brüdern. Alle zusammen waren sie gleichzeitig in Wittlich. Man nannte sie die Daltons- von Lucky Luke. Sie waren alle durch die Bank total zu tätowiert und schon „Haftgewohnt.“ Alle hatten sie Respekt vor ihnen, denn sie hatten praktisch jeden Tag eine Schlägerei im Hof. Und sie waren durchtrainiert. Und da sitze ich also mit diesem Volltätowierten Typ, bin am Tätowieren und da sagte er „Mach mal Pause. “ Ich legte die selbstgebaute Maschiene hin. „Hol mal den Spiegel.“ Ich ging zum waschbecken und zog an der Seite den Spiegel raus. Er legte Speed auf den Spiegel und machte ein paar Lines auf dem Spiegel. „Machen wir erstmal jeder 2 “ Sagte er und meinte zwei Lines für jeden. Da ich mich nicht blamieren wollte machte ich, als ob es für mich ganz normal wäre, das Zeug zu ziehen. Also zog ich die zwei Lines weg und das war wohl meine Eintrittskarte für meine Speed und Extasy Zeitphase, die ich später richtig auslebte.

Putzkönig

Wieder alleine auf Zelle war ich natürlich noch voll unterwegs! Der Typ hatte noch zwei Lines gelegt. Fuck, diese Nacht auf Zelle werde ich nie vergessen! Voll aufgedreht fing ich an, meine Zelle von Kopf bis Fuß zu putzen! Ich nahm ne bürste und schrubbte sogar die Ränder vom Boden. Die Tür. Einfach alles was eine Fläche hatte, hab ich geputzt! Und als ich fertig war, sind gerade mal drei Stunden rum! Es war die Hölle! Mein Herz pochte dermaßen, das ich auf einmal Panik bekam, das ich einen Herzinfarkt bekomme. Stell dir vor, Du stehst voll unter Spannung und DU KANNST NICHT RAUS AUS DEN 7 qm ! Ich schrieb Briefe , nur um irgendetwas zu machen. Kaum hatte ich einen fertig, zerriss ich den Brief und fing von vorne an. Währenddessen redete ich mit mir selber, nur um mich selbst zu beruhigen. Als morgens um 6 Uhr die Tür auf ging, war ich Müde, aber immer noch irgendwie drauf. Ich bekam vom Beamten ein „Moin,Jochim. Du siehst aber scheiße heute aus.“ “ Ja, ich glaube ich werde Krank“ Doch das glaubte der Beamte mir wohl nicht so ganz. Denn gegen Mittags ging die Haftzelle auf und reinkamen die Typen von der S und O. Sicherheit und Ordnung hießen die Beamte, die dafür zuständig waren, das im Knast alles einigermaßen sauber lief. „Herr Jochim, einmal an die Wand.“ Ich wurde abgetastet und musste mit zwei Beamten in den TV Raum. Dort musste ich warten, bis die Sund O meine Zelle auf links gedreht hatten. Und wenn die Herren in deiner Zelle „Arbeiten“ , dann hast du wirklich ALLES auf Links! Auch deinen Matratzen Überzug, den man nur schwer wieder drauf bekam.

Ende Teil 5

Drogen,Gefängnis und Gewalt Teil 4

JVA WITTLICH 1989

Nach meiner Verhandlung ging es direkt wieder in U-Haft in die JVA Mainz, die es damals noch gab. Die Tür schloß sich hinter mir und ich war wieder in meiner Zelle- mit 18 Monaten Haftzeit. Puh. Ehrlich? Kein Scheiß, ich hab mich auf`s Bett geschmissen und habe leise ins Kopfkissen geheult. Und ich habe glaube ich über eine Stunde geheult. Plötzlich wurde mir bewußt, das ich diesmal wirklich Scheiße gebaut hatte. Stell dir vor : Du liegst auf deiner Pritsche in einer kleinen Zelle, das Fenster in dieser Zelle ist weiter oben, um rauszusehen musst du auf einen Stuhl. Und dementsprechend kommt da auch kaum Sonne rein. Liegend auf dem Bett kannst du deinen Arm austrecken und du kannst das Waschbecken oder deinen Tisch berühren. Und das sollte nun für die nächsten 18 Monate meine Zukunft sein. da kann es einem schon mal den Magen verdrehen. Alleine von den 18 Monaten bekam ich beklemmung und wollte eigentlich los schreien….- doch dafür hätte ich mich geschämt vor den anderen Gefangenen, wenn wir am nächsten Tag im Hof wären. Dafür ist im Knast kein Platz : Angst, Trauer, Panik. Wut geht immer klar. Wut ist im Knast okay. Ist Männlich. Aber zeige niemals , das du traurig bist oder das Du angst hast….manche können sowas riechen und sie werden es gegen dich verwenden. Aber das soll ja hier kein Ratgeber werden.

Nach der U-Haft wurde ich verlegt in die Strafhaft. JVA WITTLICH. Damals berühmt-berüchtigt unter den Knackis. 1989 gab es in der JVA Wittlich keinen Strom auf Zelle, keinen Fernseher. Wenn wir unser Wasser heiß machen wollten, nahmen wir zwei Drähte , die wir aus dem bett ausgebaut hatten , ein Tuch drum und verbanden dann diese drähte an der Deckenlampe. Ergebnis : das Wasser war in 3 sekunden heiß und schmeckte nach Metal. Und ich denke es war auch nicht soo Gesund. Hauptsache Kaffee war heiß. Oder man wartete bis abends das „Heiße „Wasser vom Hausarbeiter kam. Ich hatte das „Glück“ das ich auf der oberen Etage war und mein heißes Wasser war natürlich nur noch lau-warm. Die armen Hausarbeiter mussten die Scheiß Wasserbehälter noch Stockwerk für Stockwerk hochschleppen. War nicht so schön, glaube ich.

Glücklicherweise ging es mir von Anfang an nicht soo schlecht in Wittlich. Mein Glück war, das viele kumpels aus Mainz auch dort waren. Teilweise mit längeren Haftstrafen. Und als man mich sah, das ich nun auch hier war, bekam ich prompt von meinem Kumpel eine Tüte mit Tabak,Kaffe,Blättchen und Schokolade. Als Erstversorgung. Man hatte ja nichts am Anfang. Dann habe ich direkt am nächsten Tag die Bekanntschaft mit dem berüchtigten Schließer Herr Denzer gemacht. Schließer Denzer war mit einem Wort gesagt „Krank“. Er fand jeden Tag eine Gelegenheit uns zu tyrannisieren und einen von uns in die verfickte „B“ Zelle zu stecken. Das „B“ stand für „Beruhigungszelle“. Schöner Name für eine Zelle mit keinem Bett drin, einem Loch im Boden wo man reinscheißen und pissen konnte und sonst nix! Ach ja : Natürlich nur mit Unterhosen . Sonst nix an. wenn man weiter gemeutert hat, ist man auf dem Boden fixiert worden, als ob man gekreuzigt wurde. Und voher haste auch noch mal schön paar Pfund in die Fresse bekommen. Sollst dich ja wohl fühlen. Herr Denzer hatte mich schon länger auf dem Kieker, weil er wußte das ich angefangen hatte , Knackis zu tätowieren. Also unter uns, das waren keine schönen Tattoos. Hatte ja vorher nicht mal geübt oder sowas. War einem im Knast egal.Hauptsache man ist Tätowiert. Gehörte sich halt so.

Ende Teil 4